
Die Erkenntnis ist nicht neu, dass man gar nicht früh genug anfangen kann, sich zu fragen: Mache ich die Mittlere Reife oder das Abitur? Welches Studium, welche Ausbildung, welcher Beruf ist für mich richtig?
Die Fülle an Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in unserer grenzenlos scheinenden Welt schafft bei den Schülerinnen und Schülern große Orientierungsprobleme: Was gibt es denn alles? Wie kann ich mir einen Überblick verschaffen? Wo bekomme ich Informationen, die für mich wichtig sind? Was kann ich und was will ich?
So gibt es in unserer Realschule und in unserem Gymnasium Aktivitäten, die den Schülern den Einstieg in das spätere Berufsleben erleichtern sollen. Ein Besuch des Berufsinformationszentrums des Arbeitsamts (BIZ) steht ebenso auf dem Programm wie ein 10-tägiges Betriebspraktikum, auf das man sich intensiv vorbereitet hat. Die Schüler bemühen sich selbstständig um einen Praktikumsplatz. Sie erarbeiten im Deutschunterricht vollständige Bewerbungsunterlagen, wenden sich damit an die Betriebe und stellen sich dort vor. Ein abschließendes Praktikumsprotokoll gibt Auskunft über die ausgeführten Tätigkeiten und über die Erfahrungen, die die Schüler gemacht haben.
Die Schüler profitieren von diesem ersten Ausflug in die Berufswelt. Der eine entdeckt Möglichkeiten für seinen weiteren Werdegang, der andere weiß, was er auf jeden Fall nicht machen möchte und in den meisten Fällen reift die Erkenntnis, dass "Schule doch nicht so schlecht ist".
SOZIALPRAKTIKUM

Aufgabe einer Schule ist es nicht nur, fachliche Inhalte zu vermitteln, sondern sie soll zudem Einblicke in verschiedene Bereiche des Lebens sowie der Berufswelt ermöglichen und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu verantwortungsbewussten Menschen heranbilden. (vgl. Schulgesetz 1. Teil § 1 Abs. 1-2).
In der Realschule ist das Themenorientierte Projekt Soziales Engagement (TOP SE) im Bildungsplan verankert. Neben entsprechenden Einheiten im Unterricht absolvieren die Schüler zwei Praktika:
- ein Sozial-Jahrespraktikum in Klasse 8, in dem sich die Schülerinnen und Schüler einmal in der Woche für zwei Stunden in den Dienst einer sozialen Einrichtung stellen
- ein Sozial-Blockpraktikum in Klasse 9, das ganztägig über eine Woche läuft.
Im Gymnasium engagieren sich die Schülerinnen und Schüler in Klasse 10 für zehn Tage ganztags in einer sozialen Einrichtung.
Sinn des Sozialpraktikums ist es in beiden Schularten, den Schülerinnen und Schülern einen Eindruck von verschiedenen Bereichen der Sozialarbeit (Caritaswerkstätten, Kindergärten für behinderte Kinder, Altenpflege- und Wohnheime, Blindenheime usw.) zu vermitteln. Ihr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Menschen soll gefördert und soziales Denken, Urteilen und Handeln gestärkt werden. Hierbei wurde vereinbart, dass die Jugendlichen nicht an der Pflege hilfebedürftiger Menschen beteiligt werden, sondern vielmehr kleinere betreuerische Aufgaben wahrnehmen, um auf diese Weise Erfahrungen aus einem weitgehend unbekannten Bereich zu sammeln, der gerade für den heranwachsenden Menschen immens wichtig ist bzw. werden kann. "Das Praktikum war eine einprägsame Erfahrung, zu der man wahrscheinlich nie wieder die Möglichkeit erhält" (Schüler der 10. Klasse)
Die Wahl der Praktikumsstätte ist den Schülerinnen und Schülern freigestellt - Möglichkeiten mit ausreichend Plätzen werden aber auch von der Schule angeboten. Ein schriftlicher Bericht bildet den Abschluss jedes Praktikums.